14.09.2026, 11:00 Uhr
Universität Wien
Besprechungsraum 4.34
Währinger Str. 29
1090 Wien
Titel: Mixed-Methods Studie zu Unterschieden in der Umsetzung des
Lehrplans zur Digitalen Grundbildung an Mittelschulen
Kurzfassung:
Mit der Einführung des Pflichtfachs Digitale Grundbildung im Schuljahr 2022/23 wurde die
Förderung digitaler Kompetenzen in der österreichischen Sekundarstufe I verbindlich verankert.
Ziel dieser Masterarbeit ist es, zu untersuchen, welche Unterschiede sich bei der Umsetzung des
Lehrplans an Mittelschulen zeigen und welche Erfahrungen Lehrpersonen dabei machen. Im
Mittelpunkt stehen die Unterrichtsgestaltung, die Leistungsbeurteilung, Unterschiede zwischen
Lehrpersonen mit und ohne formale informatische Vorbildung sowie die Rolle der Künstlichen
Intelligenz im Unterricht.
Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurde ein Mixed-Methods-Ansatz gewählt. Zunächst
wurden 32 Lehrpersonen mittels Online-Fragebogen befragt, anschließend fanden acht
vertiefende Leitfadeninterviews statt. Die quantitativen Daten wurden deskriptiv ausgewertet, die
Interviews mithilfe der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring analysiert.
Die Ergebnisse zeigen, dass sich die befragten Lehrpersonen nach eigener Einschätzung
grundsätzlich in der Lage sehen, den Lehrplan umzusetzen. Gleichzeitig bestehen Unterschiede
in der Einschätzung der eigenen Umsetzung. Als größte Herausforderungen werden die
unterschiedlichen digitalen Vorkenntnisse der Schüler*innen, die begrenzte Unterrichtszeit
sowie organisatorische und technische Rahmenbedingungen genannt. Viele Lehrpersonen
orientieren sich am Lehrplan, setzen aufgrund der knappen Zeit jedoch individuelle
Schwerpunkte und greifen auf externe Unterrichtsmaterialien zurück. Unterschiede zwischen
Lehrpersonen mit und ohne formale informatische Vorbildung zeigen sich insbesondere bei der
fachlichen Sicherheit und der Schwerpunktsetzung im Unterricht. Künstliche Intelligenz wird laut
den Ergebnissen nur vereinzelt eingesetzt, gleichzeitig wird ihre zunehmende Bedeutung erkannt.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die befragten Lehrpersonen die Ziele des Lehrplans nach
eigener Einschätzung grundsätzlich verfolgen. Gleichzeitig weisen die Ergebnisse darauf hin,
dass die Umsetzung von geeigneten Rahmenbedingungen beeinflusst wird. Insbesondere
qualifizierte Lehrpersonen, gezielte Fortbildungsangebote sowie ausreichend zeitliche,
technische und organisatorische Ressourcen sind entscheidend, um digitale Bildung nachhaltig
im Schulalltag zu verankern.