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Über uns

Die Forschungsschwerpunkte und das Lehrangebot der Abteilung Knowledge Engineering gliedern sich in zwei grundsätzliche Bereiche:

  • Wissensverarbeitung und Wissensmanagement
  • Geschäftsprozeßmanagement

Der erste Forschungsschwerpunkt, die anwendungsorientierte Wissensverarbeitung, hat wissensbasierte Systeme, neuronale Netze, Expertensysteme und verteilte intelligente Systeme zum Inhalt. Speziell im Bereich der Expertensysteme wurde von 1994-1997 gemeinsam mit europäischen Partnern das EU-Projekt SECURENET durchgeführt. Ziel dieses Projektes war die Entwicklung eines intelligenten Systems zur Erkennung bzw. Vermeidung von Attacken gegen ein offenes Netzwerk. Aktuelle Forschungsarbeiten beschäftigen sich mit dem Thema der Wissensselektion in „large scale knowledge bases“ mittels neuronaler Netze.

Der zweite Forschungsschwerpunkt, das Geschäftsprozeßmanagement, beinhaltet alle Aspekte und Tätigkeiten eines Unternehmens, die sich auf seine Geschäftsprozesse beziehen, beispielsweise Business Process Reengineering (BPR), Prozeßkostenrechnung, Qualitätsmanagement, Einführung von Technologien wie Workflow und prozeßorientierter Standard-Software etc. als Basis für die Forschungstätigkeiten der Abteilung dient das dort entwickelte Business Process Management Systems (BPMS) – Paradigma, einem Rahmenwerk für das Geschäftsprozeßmanagement. das BPMS-Paradigma behandelt im Unterschied zu vergleichbaren Rahmenwerken die Informationstechnologie und organisatorische Aspekte – die oft ein erheblich größeres Potential in sich bergen – gleichberechtigt. Forschungsthemen der Abteilung sind unter anderem die (Meta-) Modellierung, Simulation, Evaluation und Transformation von Geschäftsprozessen. In diesem Zusammenhang wurde von 1995-1998 auch das EU-Projekt REFINE (Reengineering for Insurances), an dem Versicherungsunternehmen und Software- und Beratungsunternehmen aus Deutschland, Spanien, Griechenland und Österreich teilnahmen, durchgeführt. Ziel dieses Projektes war es, eine Umgestaltung der Geschäftsprozesse der teilnehmenden Versicherungsunternehmen zur Erzielung von Effizienzsteigerungen bezüglich Zeit, Kosten und Qualität zu erreichen. Neben der eigentlichen Prozeßoptimierung war eine weitere Aufgabe, aus den Erfahrungen des Projektes eine versicherungsspezifische Methode für das Re-Engineering und Management von Versicherungsprozessen zu erarbeiten.

Gerade im Kontext des Projektes REFINE wurde deutlich, dass eine werkzeuggestützte Abbildung und Optimierung der Kernelemente von Unternehmen – der Geschäftsprozesse, Produkte und Organisationsstrukturen – ein wesentlicher Erfolgsfaktor für das Geschäftsprozeßmanagement ist. Dies war der Anlaß für die Gründung des spin-off Unternehmens BOC (www.boc-eu.com) und die Entwicklung des Geschäftsprozeßmanagement-Werkzeuges ADONIS®.

Eine Symbiose zwischen universitärer Forschung und industrieller Anwendung - Zielsetzung der Abteilung Knowledge Engineering

Die rasante Entwicklung der Informationstechnologie und die globalen und dynamischen Märkte führen zu grundlegenden Veränderungen in den Unternehmen. Damit sind neue Aufgaben und Herausforderungen in Forschung und Lehre verbunden und neue Ausbildungsprofile für die Absolventen der Universität zu formulieren, nämlich neben allgemeinen und speziellen wirtschaftlichen Kenntnissen ein fundiertes Informatik Know-how. Der Lehrstuhl von o. Univ.-Prof. Dr. Dimitris Karagiannis, die 1993 von ihm gegründete Abteilung Knowledge Engineering des Instituts für Informatik und Wirtschaftsinformatik der Universität Wien, hat sich daher das Ziel und die Aufgabe gesetzt, interdisziplinäre, betriebswirtschaftliche Anwendungen der Computer- und Informationstechnologien zu fördern, in Forschung und Lehre zum Ausdruck zu bringen und diese effizient in industrielle Anwendungen zu überführen.

Die Firma BOC GmbH als spin-off Unternehmen der Abteilung Knowledge Engineering

Die BOC GmbH wurde 1995 in Wien gegründet und beschäftigt heute mehr als 180 Mitarbeiter, die in den drei Geschäftsfeldern Beratung, Services und Software-Entwicklung tätig sind. In den weiteren Jahren wurden Tochterfirmen in Berlin (Deutschland), Madrid (Spanien), Dublin (Irland), Athen (Griechenland), Warschau (Polen) und Winterthur (Schweiz) gegründet. Das Leistungsangebot der BOC beruht auf der Überzeugung, dass nur eine permanente (Re-) Organisation zum Erfolg führt und bietet daher ganzheitliche Methoden und Werkzeuge für die Durchführung des Geschäftsprozeßmanagements. Die BOC sieht sich dabei als „enabler“, mit dem Ziel „Geschäftsprozeßmanagement“ im gesamten Unternehmen zu leben. Deshalb ist gerade der Bereich „training“, insbesondere in der Form von Methoden- und Werkzeugschulungen, ein wesentlicher Teil des BOC-Produktangebots.

Das von der BOC entwickelte und vertriebene Geschäftsprozeßmanagement-Werkzeug ADONIS® basiert auf in der Abteilung Knowledge Engineering entwickelten Forschungsergebnissen und Prototypen. Es ist Speziell auf Finanzdienstleister und den öffentlichen Bereich zugeschnitten und zeichnet sich insbesondere durch seine Methodenunabhängigkeit, ausgeprägte Konfigurationsfähigkeiten, eine mächtige Simulationsbibliothek und unterschiedlichste Umsetzungsschnittstellen aus. In den letzten beiden Jahren hat sich ADONIS® zu einem der erfolgreichsten Geschäftsprozeßmanagement-Werkzeuge in Europa entwickelt.

Die BOC hat seit ihrer Gründung die engen Kontakte zur Abteilung Knowledge Engineering der Universität Wien beibehalten. Diese ermöglichen sowohl eine anwendungsgetriebene Forschung, die an den realen Bedürfnissen der Unternehmen ausgerichtet ist, als auch eine schnelle und effektive Umsetzung von Forschungsergebnissen in die Praxis.

Kontakt
Fakultät für Informatik
Universität Wien

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